Coaching Ausbildung: Wie wird man Coach?

Angesichts der verschiedenen Coaching-Ausbildungen wird deutlich, dass es keinen einheitlichen und staatlich vorgeschriebenen Coaching-Ausbildungsweg gibt. Im Angebot sind Intensivkurse, Fernstudien mit Master-Abschluss, systemische Ausbildungen an Akademien und ein Selbststudium nach Büchern.

Business Coach, Life Coach oder Personal Coach kann man sich prinzipiell auch dann nennen, wenn man meint, diese Aufgabe aufgrund seiner Persönlichkeit, seiner beruflichen Kenntnisse und Beratungskompetenzen bewältigen zu können. Das macht es unter Umständen etwas schwierig, den richtigen Coachingpartner zu finden.

Der Coaching-Weiterbildungsmarkt in Deutschland expandiert seit Jahren. Die Fülle der verschiedenen Angebote ist für den Suchenden verwirrend bis undurchschaubar. Zahlreiche Zertifikate werden vergeben, folgen aber keinen einheitlichen Kriterien. Oftmals hat man bereits die Kernkompetenzen erworben, die einen zum Coaching befähigen. Dazu gehören kommunikative wie berufliche Kenntnisse, Kreativität, betriebswirtschaftliche oder branchenspezifische Kenntnisse, die man oft im Laufe eines längeren Berufslebens oder Studiums erwirbt. Auslandsaufenthalte oder Zusatzausbildungen als Trainer können sinnvoll sein.

Der Ausbildungsweg, der einen am Ende zum geeigneten Coach macht, will aber gut bedacht sein. Wer meint, die fehlenden Qualifikationen in einem dreitägigen Seminar erwerben zu können, soll dies tun. Ob aber angesichts der Vorkenntnisse und bereits vorhandenen Qualifikationen eine mehrere Jahre andauernde und berufsbegleitende Ausbildung sinnvoll ist, sagt einem auch niemand. Nicht nur die Dauer, auch die Inhalte, Schwerpunkte und Ausbildungswege unterscheiden sich eklatant. Hier bildet NLP die Grundlage, dort eher psychologische Ansätze, hier wird die Ausbildung systemisch-integrativ genannt. Jedes Ausbildungs-Institut verkauft seinen Ausbildungsweg als den wahren Weg. Um ein erfolgreicher Coach zu werden, braucht man also erst einmal die Fähigkeit, für sich einen Weg zu definieren, Qualitätskriterien zu überprüfen und sein Selbstmanagement zu optimieren. Die Ausbildungsentscheidung ist der erste Schritt zum Berufsweg und späteren Selbstverständnis als Coach.

Jemand, der als Personal oder Life-Coach in den Markt einsteigen möchte, benötigt naturgemäß andere Qualifikationen als ein Management-Coach, der einen durch kritische Führungssituationen schleusen soll. Mit einer fundierten Coaching-Ausbildung im Rücken kann man Klienten mehr Orientierung, besseres Handwerkszeug und mehr Souveränität vermitteln.

Coaching-Guru Christopher Rauen stellt hilfreiche Kriterien für eine gute Ausbildung zum Coach auf. Zu prüfen sind die Inhalte der Ausbildung in Bezug auf die später gewünschte Tätigkeit. Die Wahl des ausbildenden Instituts entscheidet über die Ausbildungsqualität. Heute bieten Rauen zu Folge viele, die eine Coachingausbildung genossen haben, bald selbst eine an. So manches behauptete Institut mit wohlklingendem Namen entpuppt sich als Kleinanbieter dieser Art.

Die bessere Wahl ist ein renommierter Anbieter, der schon viele Probanden ausgebildet hat. Die Ausbildung sollte neben klassischen Methodiken und Techniken auch genügend Selbstreflektion beinhalten. Coaches dürfen keine blinden Flecken haben und müssen ihr Ego zu Gunsten des Klienten zurückstellen können. Bücherwissen genügt Rauen zu Folge nicht, weil man es nicht gleich anwendet. Man erkennt daher keine Fallstricke oder Sackgassen. Ein renommierter Lehrer kann einen darauf hinweisen. Folglich sind auch die Vermittlungskompetenz, Persönlichkeit, Kommunikationskompetenz und Ausbildung der Lehrer eines Institutes relevant.

Coach zu werden, kostet aber auch einiges. Nur aus Kostengründen qualitative Abstriche zu machen, um an einen Ausbildungsnachweis zu kommen, rechnet sich anschließend nicht. Preis und Leistung sollten jedoch übereinstimmen und überzeugen.

Ob man anschließend Online-Coaching, persönliches Eye-to-Eye-Coaching in einem Institut oder freiberufliches Coaching anbietet, spielt weniger eine Rolle als die fundierte und vielseitige Ausbildung. Sich einfach Coach zu nennen, kann schwierig werden. Noch schwieriger kann es werden, an die ersten Klienten zu kommen und sie zum Erfolg zu führen. Eine Coaching-Ausbildung ist eben nicht alles. Man muss sich auch mit Akquise, Computern, Buchhaltungsfragen, Steuerrecht oder Fragen der Selbständigkeit auskennen. Der Zweck der Ausbildung ist es ja, neben dem Erwerb der nötigen Befähigungen und Qualifikationen, Geld verdienen zu wollen. Selbstmarketing gehört dazu. Bevor man durch Mundpropaganda an zahlende Klienten kommt, fließt meist viel Wasser die Donau herunter.