Unternehmensberater: Was zeichnet einen guten Unternehmensberater aus?

Spezialist und Generalist

Unternehmen beraten und Mitarbeiter coachen gehört zu den spannendsten Arbeitsfeldern. Es gibt kaum andere Berufe, die mehr herausfordernd sind. Ein Unternehmensberater muss nicht nur ein Spezialist in einem Feld sein, sondern auch ein Generalist, der während Coaching und Beratung aus seinem Erfahrungsschatz schöpfen kann. Kurz gesagt: Ein Fachmann mit einem scharfen Gespür für das Ganze. Damit ein Unternehmensberater seine Aufgabe erfüllen kann, muss er über eine Reihe von Tugenden und Kompetenzen verfügen.

Vogelperspektive

Ein guter Unternehmensberater soll über eine Vogelperspektive verfügen. Ein Unternehmen ist wie ein weites Land, eine bunte Landschaft in ständiger Bewegung. Ein guter Unternehmensberater soll in der Lage sein, sich einem ganzheitlichen, möglichst breiten Blick zu verschaffen. Er muss das bewegte Bild einfrieren können, damit er es dann in seinen Einzelteilen detailliert analysieren kann. Die Dialektik zwischen dem Unternehmen als Ganzem und dessen Bestandteilen richtig zu fassen und fördern, ist vielleicht die wichtigste Kompetenz, die ein Unternehmensberater braucht.

Einfühlungsvermögen

Ein starkes Einfühlungsvermögen gehört zur Grundausstattung eines guten Unternehmensberaters. Sich in die emotionale Lage seines Gegenübers versetzen zu können, ist der königliche Weg für eine gelungene und respektvolle Kommunikation zwischen dem Unternehmensberater und den humanen Kräften des Unternehmens. Die wichtigsten Inhalte eines Dialogs im professionellen Kontext werden meistens mehr oder weniger direkt über Gefühle kommuniziert. Daher ist ein starkes Einfühlungsvermögen die beste Voraussetzung für den Aufbau eines nachhaltigen Beratungsverhältnisses.

Professionalität und Integrität

Klingt selbstverständlich, ist aber nicht. Professionalität und Integrität bedeuten Neutralität und Unparteilichkeit. Der gute Berater arbeitet immer mit größter Transparenz. Er lässt sich weder instrumentalisieren noch duldet er Fehlverhalten. Wenn er zwischen streitenden Parteien gelangt, versucht er eine neutrale Haltung zu bewahren. In solchen Fällen agiert er wie ein erfahrener Diplomat, der sich immer um einen für alle Seiten günstigen Konsens bemüht.

Bescheidenheit

Ein guter Unternehmensberater muss bescheiden sein. Das ist weder einfach noch selbstverständlich. Die Versuchung, die eigenen Lösungsvorstellungen durchzusetzen, ist groß. Schließlich ist ein Berater als Experte berufen, um effektiven Lösungen vorzuschlagen. Die Haltung eines Besserwissers aber kann auf vieles negativ wirken. Der gute Unternehmensberater tritt ein wenig zurück, um nicht andere, vor allem das Topmanagement, zu überschatten. Dafür ist Bescheidenheit nötig.

Ein guter Lerner

Um zugleich Spezialist und Generalist zu sein, soll ein guter Berater ein eifriger Lerner sein. Er bleibt immer neugierig auf neue Entwicklungen und aktuelle Trends. Er informiert sich ständig und verfügt über eine disziplinierte Unruhe des Geistes. Er übt sich so, dass das Gelernte in seine berufliche Praxis integriert.